Wie bitte? Sauberes Wasser – endlos oder endlich

Wetter? Klima, Wasser, Energie… bedingen sich gegenseitig. Erkennen wir die Zusammenhänge und handeln: Mitmach-Energiewende und mit wässern…

Die Erde brennt

„Dieser Sommer ist ungewöhnlich. In Schweden brennen die Wälder, in Spanien und Portugal sollen die Temperaturen in den nächsten Tagen bis an die 50 Grad reichen. Am Polarkreis wurde diesen Sommer bereits über 30 Grad gemessen, in Litauen hat es seit April diesen Jahres gar nicht mehr geregnet, und in Brandenburg will die Landesregierung den von Dürre betroffenen landwirtschaftlichen Betrieben mit Millionen über die Ernteausfälle hinweghelfen.

In Hamburg werden Tonnen von totem Fisch aus den Flüssen geholt. Wegen der Hitze haben die Flüsse so wenig Sauerstoff, dass tote Brassen, Rotaugen und  Karpfen aus Elbe und Alster auf die nächstgelegene Müllverbrennungsanlage gebracht werden.“ so die Gedanken zum Thema Hitzewelle und Klimakrise einer BUND-Klimaexpertin, überschrieben mit dem Titel „Die Erde brennt.“  Wer weiterlesen mag, bitte hier  https://www.bund.net/aktuelles/detail-aktuelles/news/die-erde-brennt/

Wuppertal: trocken und heiß

Hohe Temperaturen und Trockenheit haben wir in Wuppertal auch. Von Fischsterben und Buschbränden blieben wir glücklicherweise verschont. Die hiesige Pflanzenwelt erinnert dennoch – inmitten versiegelter Flächen – an die (verbrannte) Mittelmeerregion nach einem heißen trockenen Sommer. Wenn es jetzt stark regnen würde, könnte die Erde dies kaum noch aufnehmen. Unter Starkregen und Überflutung hatte auch Wuppertal zu leiden – im Frühsommer 2018.

Was tun?

Das sind die deutlich sichtbaren negativen Seiten. Dennoch weiter wie bisher? Auch hier wird weiter fossil und atomar erzeugte Energie angeboten und genutzt. Müll wird erst  – energieintensiv – produziert und dann verbrannt. Zumindest soll dabei entstehende Energie zukünftig genutzt werden, übergangsweise. Baldmöglich sollten wir umsteigen  – auf Sonne und Kreislaufwirtschaft!

Sonnenenergie…

Was tun!

Dach- und Fassadenpotential bleibt ungenutzt. Seit Monaten ist der Himmel wolkenfrei. Die Sonne scheint. Warum nutzen wir diese nicht längst zur EnergiE-Erzeugung? „Dezentral erneuerbar“ hat viele Vorteile! Die Formulierung „Mitmach-Energiewende“ bringt es auf den Punkt!

Unseliger Teufelskreis

Zurück zum Mittelmeerflair: Bereitwillig werden weitere unversiegelte Flächen für neue Wohn- und Gewerbebebauung angeboten anstatt leerstehende Brachen dafür zu reaktivieren. Flächen neu zu versiegeln zerstört Böden, Wälder, Gewässer und Biotopverbünde, über die unsere Mitwelt uns und sich auch gegenseitig versorgt.

Üblicherweise wird investorenseitig gewünschte Bebauung genehmigt, nachdem zuvor durch Träger öffentlicher Belange und auch durch Bürger*innen vorgebrachte Einwendungen/Bedenken weggewägt worden sind. Nach der Ansiedlung bleiben Ersatz-Biotope, Neuanpflanzungen und dann deutlich stärker belastete Menschen und Mitwelt sich selbst überlassen. Erschwerend kommen in diesem Frühjahr/Sommer die andauernd hohen Temperaturen nebst Trockenheit hinzu – inzwischen nahezu durchgehend seit April 2018, nun also bereits im fünften Monat.

Auch öffentliches Grün braucht Wasser

Mit der Pflege von Ersatzbepflanzungen beauftrage Unternehmen schneiden Jung-Sträucher und mähen Jung-Rasen in recht kurzen Zeitabständen, trotz andauernder Dürre. Fragen von Nachbar*innen, ob nicht aktuell wässern wichtiger wäre, als zu schneiden, wurden mit „fehlendem Auftrag“ abgetan.

Offene Schnittkanten tun den Pflanzen bei dieser Hitze sicher nicht gut, sondern trocknen diese noch stärker aus! Weitsichtige Gartenpflege-Betriebe wissen das oder nehmen Hinweise von Naturschützer*innen ernst und reden darüber rechtzeitig mit ihren Auftraggebern.

Seit Anfang Juli wässern wir selbst Neuanpflanzungen vor der eigenen Haustür einfach mit, gespeist aus unseren aufgefangenen – Regenwasser-Vorräten.

Anfang vergangener Woche bewässerten öffentliche Stellen neu angepflanzte Bäume, die angrenzende Hecke aber nicht (Insgesamt geht es um eine Neuanpflanzung von nur wenigen hundert Metern).

Was, wenn die Pflanzen verdursten, die zur Einhaltung von Schadstoff- und Lärm-Grenzwerten angepflanzt worden sind. Drohen dann Fahrverbote? Oder lieber doch rechtzeitig gießen und reden???

Sommer 2018 – heiß und trocken!

Die Hitze setzt vielen zu – Mensch wie Mitwelt! Mensch kann sich weitgehend selbst helfen. Mitwelt eher nicht. Dabei brauchen wir unsere Mitwelt auch. Intakte Böden und auch Bäume sind wichtig für  unsere Lebensgrundlagen: sauberes Wasser und frische Luft!

Unlängst twitterte Alexander Gerst aus dem All: „Konnte eben die ersten Bilder von Mitteleuropa und Deutschland bei Tag machen, nach mehreren Wochen von Nacht-Überflügen. Schockierender Anblick. Alles vertrocknet und braun, was eigentlich grün sein sollte.“ #Horizonshttps://twitter.com/Astro_Alex/status/1026581015853256705

Heißzeit

„Muss sich die Menschheit auf eine Heißzeit einstellen? Potsdamer Wissenschaftler warnen vor einem solchen Szenario. Die Erwärmung der Erde könnte sich durch Rückkopplungseffekte selbst verstärken.

Bislang sprachen Wissenschaftler meist von einer Warmzeit, wenn sie über den Klimawandel redeten. Den Forschern des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) reicht dieser Begriff offenbar nicht mehr aus, um das Phänomen der globalen Erwärmung zu beschreiben. In einer Zusammenfassung zahlreicher Einzelstudien weisen sie darauf hin, dass sogar die Gefahr einer Heißzeit selbst beim Einhalten des Pariser Klimaabkommens nicht ausgeschlossen werden kann.“  https://www.tagesschau.de/inland/heisszeit-pik-101.html

sauberes Wasser ist eine endliche Ressource

Auch ein weiterer Aspekt ist nicht zu vernachlässigen: Die Ressource sauberes Wasser ist endlich. Was, wenn Wasserpegel sinken und -vorräte zur Neige gehen? In einigen Regionen Deutschlands wurde in der letzten Woche wässern des eigenen Gartens und des öffentlichen Grüns verboten und mit nicht unbeachtlicher Geldbuße belegt. Im Bergischen Land haben wir glücklicherweise (noch) gut gefüllte Talsperren, die (noch) keinem Investor weichen mussten.

Handlungsbedarf!

Letztlich bedingt sich vieles gegenseitig.

Zusammenhänge erkennen ist möglich.
Zu Veränderung beitragen ist möglich.

Selbst aktiv werden ist möglich. Wer will?
Einladung zur Mitmach-Energiewende…

Wie bitte? Schon heute ist “Erd-Erschöpfungs-Tag” 2018

Die nachwachsenden Ressourcen unserer Erde sind verbraucht – weltweit am heutigen 1.8.2018 (internationaler Erd-Erschöpfungs-Tag/global Earth Overshoot Day) und in Deutschland bereits am 2. Mai dieses Jahres. (nationaler Erd-Erschöpfungs-Tag/National Earth Overshoot Day)

Wenn die jährlich nachwachsenden Rohstoffe bereits  am heutigen 1.8.2018, dem internationalen Erd-Erschöpfungs-Tag (Earth Overshoot Day) weltweit aufgebraucht sind, bleibt die Frage, was nun zu tun ist. Gibt es Handlungsalternativen und/oder Lösungsansätze?

Erd-Überlastungs-Tag: weiter so oder Weckruf?

 

weiter so?

Ignorieren? Für den Rest des Jahres – weltweit für die restlichen vier Monate des Jahres einfach weiterzumachen, wäre vielleicht – kurzfristig – bequem.  Resignieren? Es könnte sich auch die Frage stellen, was das eigene Tun denn schon bewirken kann? Also einfach weiter „auf Pump“ leben?  Im Klartext hieße dies aber: Ab heute für die nächsten vier Monate (wieder) auf Kosten nachfolgender Generation/en zu leben.Bezogen auf Deutschland erfolgt dies bereits seit Mai 2018.  Somit wurden nachwachsende Ressourcen in sogar nur vier Monaten komplett verbraucht (nationaler Erd-Erschöpfungs-Tag/National Earth Overshoot Day). „weiter so“ ist wohl keine wirklich gute und faire Option!

HALT- noch ist es nicht zu spät ;-))

Weckruf?

Die Tatsache, dass dieser Tag für die Weltgemeinschaft von ursprünglich Dezember – immer früher  “erreicht” ist, sollte eher als  Weckruf verstanden werden (müssen). Lösungen sind bekannt, werden aber nicht konsequent und gesamtgesellschaftlich umgesetzt. Warum eigentlich?

Die globale Finanz-, Wirtschafts-, Klima…-Krisen sind real und die Folgen wie Klimawandel-Folgen, Kriege, Flucht… höchst dramatisch. Die Weltgemeinschaft hat auch deshalb um gemeinsame Nachhaltigkeitsziele und um ein Welt-Klimaschutz-Abkommen hart gerungen. In 2015 wurden beide als globale Rahmenwerke  vereinbart. Was können (und wollen!) wir zu deren Umsetzung in Wuppertal/der Region beitragen?

In welcher Gesellschaft wollen wir leben?

Ein Beispiel…

Götz Werner, war unlängst in der Wuppertaler Diakonie-Kirche in der Elberfelder Nordstadt zu Gast war und ist durch sein vielfältiges Engagement bekannt wie z.B. als Anthroposoph, Gründer der DM-Drogeriemarkt-Kette, Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens… In einer anderen Diskussion antwortete er auf die Frage aus dem Publikum, was man denn selbst praktisch tun könne, damit, dass jede/r der ca. 500 anwesenden Gäste ab sofort z.B. kein Fleisch mehr essen brauche. Die Wahl habe jede/r einzelne. Möglicherweise gäbe es dann schon 500 Vegetarier mehr?! Dies ist nur ein Beispiel.

…von vielen Möglichkeiten

Handlungsalternativen bieten sich überall: in den Bereichen Bildung, Ernährung, Energie, Mobilität, Konsum… in all unseren Lebensbereichen – privat, beruflich, politisch…

Viele kleine Schritte schaffen auch ein großes gemeinsames Ziel

Globale, nationale und NRW-Rahmenbedingungen für Nachaltigkeit und Klimaschutz sind bereits vorhanden. Umsetzungsschritte erfolgen eher verhalten. Auch durch unser Kaufverhalten könn(t)en wir wesentlich dazu beitragen. Der Konsum- und Lebensstil jedes Einzelnen entfaltet Wirkung – hier  und/oder irgendwo auf der Welt, immer. Es gibt keinen wirklich akzeptablen Grund, dies auszublenden und einfach weiterzumachen wie bisher!

In welchem Wuppertal wollen wir leben?

Umso wichtiger sind die zahlreichen und vielfältigen Initiativen in Wuppertal/der  Region, die sich zu ganz unterschiedlichen Themen auf den Weg gemacht haben, mutig ausprobieren und  im Ergebnis sich auf (fast) allen gesellschaftlichen Ebenen für mehr Nachhaltigkeit und das Gemeinwohl engagieren. So kann es gehen! Gefragt ist eigenverantwortliches handeln und zusammenwirken, um das Krisen-Konglomerat als echte Chance zu begreifen und wirklich zu  nutzen.

„Gemeinsam für Nachhaltigkeit“ – auch in Wuppertal

Auch um ein dazu denkbares gemeinsames Ziel vor Ort breit zu diskutieren und zu definieren, haben engagierte Bürgerinnen den Ball der NRW-LAG21-Auftaktveranstaltung „Gemeinsam für Nachhaltigkeit“ auch in Wuppertal gerne aufgegriffen, sind dran geblieben und haben die netterweise angebotene Folgeveranstaltung aktiv mit organisiert. In njuuz wurde bereits mehrfach darüber berichtet, dass dies – gemeinsam mit weiteren Interessierten – erfreulicherweise fortgesetzt werden soll, um auch in Wuppertal/der Region schon längst entstandene und allesamt schätzenswerte Nachhaltigkeits-Aktivitäten noch besser sichtbar zu machen, stärker zu vernetzen und viel, viel mehr Menschen zum Mitmachen zu bewegen – wobei Letzteres wohl die größte Herausforderung und zugleich der wirksamste Hebel bleiben dürfte…

Nur Mut: Nachhaltigkeit macht wirklich Sinn und gibt ein richtig gutes Gefühl, begleitet von Freude, meist positiver Energie und engagierten Menschen. Nachhaltig handeln kann jede/r, hier und jetzt für ein gemeinsames Ziel…

 

Hintergrund-Info: Vertiefende Infos zum Erd-Erschöpfungs-Tag (Earth Overshoot Day) gibt es hier:

https://klimaohnegrenzen.de/blog/2018/08/01/ressourcen-fuer-2018-aufgebraucht-earth-overshoot-day

Dankenswerterweise hatte das Wuppertal-Institut den (Mit-)Gründer der Mess-Methode “Global Footprint “, Dr. Mathis Wackernagel aus Oakland (Kalifornien) bereits Anfang  2018 zu einem spannenden Vortrag nebst anschließender lebhafter Diskussion nach Wuppertal eingeladen!